Das habe ich mit eBay zu tun: Ich bekam eine Vorladung zur Polizei (irgendwas wegen eBay-Geschäften), wo man mir die Kopie eines gefälschten Ausweises zeigte: mit meinem Namen, meiner Adresse, ... nur nicht meinem Bild. Dies berichte ich hier als ernste Warnung für alle, die mit Leuten (Online-)Geschäfte machen, die so heißen wie ich und dort wohnen, wo ich wohne. Vielleicht bin ich's nicht. Es gibt mindestens einen anderen, der unter meinem Namen auftritt. Dem soll die Hand verdorren, während er von den Drachen gefressen wird!
| Warnung vor Identitätsdieben! |
Das ganze weckt Erinnerungen an die schöne Zeit, als ich noch recht neu in einem damals jüngeren
Internett war. Ich war restlos begeistert, und sehr naiv. So naiv, dass ich viel mehr persönliche
Daten auf meiner Homepage hatte, als gut für mich war. Dafür war's wohl gut für den, der sich
jetzt mit diesen Daten meine Identität unter den Nagel gerissen hat. Im Laufe der Jahre lernte ich
dazu, wurde vorsichtiger ... doch im Internett, wie es immer heißt, geht nie etwas verloren. Ich
hoffe nur, dass sich der Ärger mit diesem einen Zwischenfall erledigt hat, und ich jetzt nicht
jeden Monat öffentlich erklären muss, dass ich mitnichten ein Betrüger sei.
Andere Aspekte an dieser Geschichte machen mich ebenfalls nachdenklich. Die Identifikation via
Personalausweis zum Beispiel. Gemessen an den mittlerweile im Internett üblichen
Sicherheitsstandards ist die geradezu lächerlich unsicher. Das Ding hat ja nicht mal ein Passwort.
Und es stehen fast nur Daten drauf, die man sich praktisch überall organisieren kann. Das
Geburtsdatum, was soll den daran geheim sein? Das kennen sämtliche Mütter in meinem Heimatdorf
noch von den Kindergeburtstagen. Und sämtliche Mitschüler, die ich jemals hatte.
Genug davon! Auch andere Themen lassen sich abrunden. Zum Beispiel das Thema "neuer Computer". Die
anfänglichen Schwierigkeiten waren wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass der Händler bei
der Installation des Betriebssystems irgendwas falsch gemacht hatte. Nachdem nämlich Babette (als
hausinterne Computerexpertin, manchmal auch wider Willen) das System geschreddert und ein neues
installiert hat, läuft alles wie geschmiert. Sogar das Soundsystem, das so lange nicht mal Piep
sagen wollte. Internett läuft auch, und wie! Damit kann ich endlich alle die Pläne angehen, die
ich schon solange in meinem Herzen trage: Datenportierung und -sortierung, Compendium 3.0 ...
Vergangenheitsbewältigung, sprich aufräumen auf der Festplatte. Arbeiten von zu Hause aus, via
Internett.
Könnte. Ich könnte das alles tun, wären da nicht andere Geschichten, ach so oft schon erwähnte,
die mir die Zeit und den Elan dazu rauben. Doch auch hier neigen sich die Erzählungen dem Ende
(einem glücklichen?) zu. Die Klausurkorrektur ist erledigt, die Ergebnisse sind veröffentlicht.
Nur noch die Einsicht, und bis Ostern ist alles vorbei. Die zweite Korrektur, die ich zu erledigen
habe, wird hoffentlich auch im Laufe der nächsten Woche zu schaffen sein. Und Ostern bin ich dann
frei von allem. Vorher aber kommt noch das schon angekündigte Ferienseminar im Kleinwalsertal,
worauf ich mich besonders freue.
Stephan
Das fehlende Leben in G letzte Woche ist darin begründet, dass ich letzte Woche gar nicht in G gelebt habe, sondern eine komplette Woche unterwegs war. Davon will ich hier berichten. Mein Vortrag gliedert sich in vier Teile:
Wohlan!
1. Passion. Als wir neulich im Konzert Bachs
Matthäuspassion hörten, wurde
angekündigt, die Aufzeichnung dieses Konzerts werde demnächst (Sonntagabend) im Radio gesendet. Da
ich ja bekanntlich von dem Konzert begeistert gewesen war, beschloss ich, dass nunmehr eine
Aufnahme hermüsse. Da wir immer noch nicht raushaben, wie man digitale Radiomitschnitte mit dem
neuen PC macht, obwohl das ganz bestimmt möglich ist, wurden einfach ein paar alte Leerkassetten
rausgekramt. Die Aufnahmeleitung, sprich ich, hatte dann die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass
Seiten- und Kassettenwechsel nicht bei den schönsten Stellen stattfinden.
Nebenbei mussten
verschiedene andere Dinge erledigt werden, zum Beispiel das Packen für das Ferienseminar im
Kleinwalsertal, verschiedene Anrufe und sonstige Planungen dafür sowie einige
andere Beschäftigungen. Alles in allem genug, jemanden für die Dauer einer langen Passion auf Trab
zu halten. Wenigstens einigte sich im Laufe des Nachmittags die DB mit der
Lokführergewerkschaft auf einen Tarifvertrag,
so dass die schon angedrohten Streiks im Zugverkehr ausfielen.
2. Seminar. Dementsprechend konnte ich mich am Montagmorgen ohne Probleme zum Bahnhof und von
dort mit einigen Studis und Betreuern ins Kleinwalsertal begeben. Ab da lief erstmal das schon
mehrfach angekündigte Ferienseminar.
Insgesamt 17 Vorträge zu ausgewählten Themen der Variationsrechnung und Gruppentheorie. Nebenbei
eine kleine Wanderung zur leider geschlossenen Breitachklamm und von da, weil es die Breitach runter
nicht ging, die Breitach rauf. Manche waren auch Skifahren. Morgens, abends, in den Pausen und wann
immer Zeit war habe ich auch noch eine komplette Klausur korrigiert. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Abendliche
Gesprächsrunden im Hotel-Pub, gute Stimmung. Dann wieder früh raus und ab in die Vorträge. Alles
in allem eine anstrengende, aber tolle Sache, die bis Freitagmittag währte. Nebenbei ergab sich
auch die Gelegenheit, auf einige im Sommer geplante Bergtouren (vielleicht sollten wir eine Woche im
Kleinwalsertal machen) einen ersten Blick von ferne zu werfen.
3. Queen. Nach dem offiziellen Ende des Seminars begaben sich die meisten Teilnehmer nach Hause oder
in die Osterferien. Ich hingegen begab mich nach Speyer, weil der Projektchor, in dem meine
Schwester mitsingt, dort ein Konzert gab. Mit Stücken von Queen, oder besser gesagt, mit Chorarrangements
von Stücken von Queen. Der durch das Konzert ausgelöste Queen-Flash hat vorübergehend sogar
meine Passionsbegeisterung überlagert, und ich habe mir in einer Spontanaktion endlich mal einiges
von Queen bestellt. Was ich sowiso schon lange vorhatte. Jetzt warte ich noch einige Tage, in denen
vor allem Queen hören werde, und dann lege ich mir ordentlich laut wieder den Bach auf. Ich habe
diese Erfahrung schon einmal gemacht, vor langen Jahren in Paris. Und ich kann sagen: Unterschätze
nie die Power von Bach! Nach ein bis zwei Wochen Rock-/Popmusik reißt der einen so richtig von den
Füßen. (Unvergesslich, wie ich im FNAC bei der Oper in Paris stand, und beim Eingangschor
der Matthäuspassion die Tränen zurückdrängen musste.)
4. dev/nul. Am Sonntagnachmittag fuhr ich, sozusagen
als letzter von den Seminarteilnehmern, auch nach Hause. In der Zwischenzeit war Babette mal wieder
auf Webertreffen gewesen, so dass ich Sie
kurz nach meiner Ankunft am Bahnhof abfangen konnte. Der kleine Unterschied: Während ich auf der
Zugfahrt eigens dafür mitgebrachte Musik gehört hatte, hatte Sie ein gutes "Radioprogramm" (interessante
Gespräche von Mitreisenden) gefunden. Offenbar waren Teile des unteren Managements eines
Großunternehmens anwesend, die diesmal nicht (wie sonst) im Großraumwagen ihre
Unternehmensgeheimnisse öffentlich machten, sondern ernstere Probleme hatten. Dabei ging es
wohl um
Vorgesetzte, die ihren Untergebenen Energie absaugen, und es wurde diskutiert, ob man hiergegen
besser mit Reiki oder mittels eines Auraschildes vorgehen sollte.
Die mathematische Esoterik gibt
hierauf übrigens die folgende Antwort: Beides sind ganzheitliche Maßnahmen und als solche bei
einem Absauger Energieverschwendung (auch wenn der Wunsch nach ganzheitlichem Schutz bei den unteren
Erleuchtungsstufen oft groß ist). Das Paradigma der effektiven Ressourcennutzung empfiehlt dagegen
entweder einen Aurastopfen zu verwenden, der gezielt angewendet weniger Energie frisst als ein
Schild, oder eine undetektierbare
Pipeline-Dislokation ins transzendente dev/null durchzuführen, die überhaupt keine Energie
verbraucht, weil man
die Energie des Absaugers verwendet. Letzteres ist allerdings eine Technik, die mindestens einen mittleren
Initiationsgrad und einiges Geschick verlangt.
(So langsam bekommt diese ganze Esoterik-Geschichte einen bitteren Beigeschmack. Zum einen ist da das
Gefühl, das hier irgendwo leicht verdientes Geld drinstecken könnte. Zum anderen habe ich aber
auch das "Foucaultsche Pendel" (Eco) gelesen und stimme Lia zu: Es ist ein hässliches Spiel.)
Damit habe ich über Passion, Seminar, Queen und dev/nul gesprochen. Und mich an die Vortragsregel
gehalten, welche besagt, dass man erst sagen soll, was man machen will, dann während man es tut
erwähnen, dass man es tut, um am Ende darauf hinzuweisen, das man getan hat, was man
angekündigt hatte. Es bleibt mir nur noch, all jenen für ihre Aufmerksamkeit zu danken,
die tatsächlich bis zum Ende geblieben sind. Jemand?
Stephan
Manchmal denke ich, man sollte konsequent zu Ende bringen, womit man begonnen hat. Zum Beispiel der
Datentransport von meinem Computer (alt) auf unseren Computer (neu). Als eine Notlösung hatte ich
mir damals ein externes Diskettenlaufwerk von einem Kollegen "kurz" (sorry) ausgeliehen, um diese
Aufgabe quasi in 1,4MB-Schritten zu erledigen. Nicht schnell, aber langsam. Nur leider lief das Ding
nicht. Dann schredderte Babette, wie schon berichtet, das Betriebssystem, das uns die "Experten" im
Computerladen aufgespielt hatten, und installierte ein neues. Lange Zeit später, um genau zu sein
gestern, kam dann jemand (ich) endlich auf die Idee, das externe Diskettenlaufwerk nochmal
anzuschliessen, und jemand (Babette) tat das dann auch tatsächlich. Und siehe da: es funktioniert.
Jetzt muss der tatsächliche Datentransport nur noch durchgeführt werden. Und danach bleibt immer
noch das Problem, auf dem neuen Rechner irgendwie Musik zu schreiben. Ich hoffe, ich muss die alte
Kiste nicht nur deswegen behalten.
An der unerbittlichen Konsequenz, mit der all diese Projekte durchgezogen werden, erkennt man schon,
dass der neue Computer momentan nur den Rang eines sekundären Hobbys einnimmt. Doch auch die
primären Hobbys leiden nicht wenig: Neben den neulich bestellten CDs (dreimal Queen, einmal
WiseGuys), die mittlerweile eingetroffen sind, habe ich noch drei Passionen und eine Messe
rumliegen, die ich bis Montag durchgehört haben sollte. Und damit meine ich "durchhören" im Sinne
von hinhören und mitdenken. Das ist anstrengend, und im Gegensatz zum Lesen, wo es eine ganze
Batterie von Beschleunigungsverfahren gibt, dauert Musik grundsätzlich immer so lange wie sie
dauert. Das Interesse ist durch den langsam hereinbrechenden Frühling, der einen eher nach draußen
ruft, auch nicht wirklich gefördert. Und das Lauftraining frisst natürlich auch einiges an Zeit.
Kurz und gut, irgendwie habe ich das Gefühl, mein Leben gerade nicht so richtig unter Kontrolle zu
haben.
Ein bisschen Urlaub und Entspannung gab's zu Ostern. Wir reisten früh am Karfreitag gen Rheinland
zu meinen Eltern und verbrachten dort einige Tage eher träge als rege. Mit Ausnahme der Anreise:
Trotz der sehr ungemütlichen Kombination aus heftigem Wind und Schneeschauern, die einem vom
heftigen Wind ins Gesicht geblasen wurden, beschlossen wir, die letzten Kilometer zu
Fuß zu gehen. Und siehe da, die Schneeschauern waren ob unserer Entschlossenheit so verängstigt,
dass sie glatt warteten, bis wir sicher und trocken angekommen waren. Am nächsten Tag, Samstag, war
der große Beintrainingstag angesagt: Morgens laufen, dann mit dem Rad nach Heinsberg zum einkaufen
und als krönender Abschluss zu Fuß zur Osternacht, dieselbe Strecke wie Weihnachten (7 km), aber
diesmal noch schneller. Der Rest war eher essen und schlafen, aber sehr erholsam. Erwähnenswert war
noch die Heimreise: Die ging so rasch vor sich, dass ich sie praktisch nicht bemerkt habe. Von
unerfreulichen Zwischenfällen im Zug sei hier geschwiegen, sonst rege ich mich über die Dummheit
von Mitmenschen auf, die ich doch gar nicht kenne.
Kaum in Garching zurück, brach alles weiter zusammen, und ich habe immer noch nichts unter
Kontrolle (gefühlt). Trotzdem bin ich heute morgen unerklärlicherweise guter Laune. Überhaupt
passiert mir das in letzter Zeit irgendwie öfter, dass ich unerklärlicherweise guter Laune bin.
Vermutlich eine Krankheit. Ansteckend, hoffe ich. Wovon ich nicht erzähle: Mein neuer
Lieblingscomic [hier], meine alte
Matraze [besser kein Bild], meine Erwägungen zum Thema Kaffee. Kafee ist übrigens ein
interessantes Stichwort. Erinnert mich daran, dass ich nach Regensburg fahren wollte, um einen guten
Kaffee zu trinken, unter anderem.
Stephan