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März 2008 - Das Leben in Garching



Fr, 07.03.08, Warnung vor Identitätsdieben!

Das habe ich mit eBay zu tun: Ich bekam eine Vorladung zur Polizei (irgendwas wegen eBay-Geschäften), wo man mir die Kopie eines gefälschten Ausweises zeigte: mit meinem Namen, meiner Adresse, ... nur nicht meinem Bild. Dies berichte ich hier als ernste Warnung für alle, die mit Leuten (Online-)Geschäfte machen, die so heißen wie ich und dort wohnen, wo ich wohne. Vielleicht bin ich's nicht. Es gibt mindestens einen anderen, der unter meinem Namen auftritt. Dem soll die Hand verdorren, während er von den Drachen gefressen wird!

Warnung vor Identitätsdieben!

Das ganze weckt Erinnerungen an die schöne Zeit, als ich noch recht neu in einem damals jüngeren Internett war. Ich war restlos begeistert, und sehr naiv. So naiv, dass ich viel mehr persönliche Daten auf meiner Homepage hatte, als gut für mich war. Dafür war's wohl gut für den, der sich jetzt mit diesen Daten meine Identität unter den Nagel gerissen hat. Im Laufe der Jahre lernte ich dazu, wurde vorsichtiger ... doch im Internett, wie es immer heißt, geht nie etwas verloren. Ich hoffe nur, dass sich der Ärger mit diesem einen Zwischenfall erledigt hat, und ich jetzt nicht jeden Monat öffentlich erklären muss, dass ich mitnichten ein Betrüger sei. Andere Aspekte an dieser Geschichte machen mich ebenfalls nachdenklich. Die Identifikation via Personalausweis zum Beispiel. Gemessen an den mittlerweile im Internett üblichen Sicherheitsstandards ist die geradezu lächerlich unsicher. Das Ding hat ja nicht mal ein Passwort. Und es stehen fast nur Daten drauf, die man sich praktisch überall organisieren kann. Das Geburtsdatum, was soll den daran geheim sein? Das kennen sämtliche Mütter in meinem Heimatdorf noch von den Kindergeburtstagen. Und sämtliche Mitschüler, die ich jemals hatte.

Genug davon! Auch andere Themen lassen sich abrunden. Zum Beispiel das Thema "neuer Computer". Die anfänglichen Schwierigkeiten waren wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass der Händler bei der Installation des Betriebssystems irgendwas falsch gemacht hatte. Nachdem nämlich Babette (als hausinterne Computerexpertin, manchmal auch wider Willen) das System geschreddert und ein neues installiert hat, läuft alles wie geschmiert. Sogar das Soundsystem, das so lange nicht mal Piep sagen wollte. Internett läuft auch, und wie! Damit kann ich endlich alle die Pläne angehen, die ich schon solange in meinem Herzen trage: Datenportierung und -sortierung, Compendium 3.0 ... Vergangenheitsbewältigung, sprich aufräumen auf der Festplatte. Arbeiten von zu Hause aus, via Internett.

Könnte. Ich könnte das alles tun, wären da nicht andere Geschichten, ach so oft schon erwähnte, die mir die Zeit und den Elan dazu rauben. Doch auch hier neigen sich die Erzählungen dem Ende (einem glücklichen?) zu. Die Klausurkorrektur ist erledigt, die Ergebnisse sind veröffentlicht. Nur noch die Einsicht, und bis Ostern ist alles vorbei. Die zweite Korrektur, die ich zu erledigen habe, wird hoffentlich auch im Laufe der nächsten Woche zu schaffen sein. Und Ostern bin ich dann frei von allem. Vorher aber kommt noch das schon angekündigte Ferienseminar im Kleinwalsertal, worauf ich mich besonders freue.
Stephan



Mi, 19.03.08, Vortrag

Das fehlende Leben in G letzte Woche ist darin begründet, dass ich letzte Woche gar nicht in G gelebt habe, sondern eine komplette Woche unterwegs war. Davon will ich hier berichten. Mein Vortrag gliedert sich in vier Teile:

  1. Passion
  2. Seminar
  3. Queen
  4. dev/nul

Wohlan!

1. Passion. Als wir neulich im Konzert Bachs Matthäuspassion hörten, wurde angekündigt, die Aufzeichnung dieses Konzerts werde demnächst (Sonntagabend) im Radio gesendet. Da ich ja bekanntlich von dem Konzert begeistert gewesen war, beschloss ich, dass nunmehr eine Aufnahme hermüsse. Da wir immer noch nicht raushaben, wie man digitale Radiomitschnitte mit dem neuen PC macht, obwohl das ganz bestimmt möglich ist, wurden einfach ein paar alte Leerkassetten rausgekramt. Die Aufnahmeleitung, sprich ich, hatte dann die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Seiten- und Kassettenwechsel nicht bei den schönsten Stellen stattfinden. Nebenbei mussten verschiedene andere Dinge erledigt werden, zum Beispiel das Packen für das Ferienseminar im Kleinwalsertal, verschiedene Anrufe und sonstige Planungen dafür sowie einige andere Beschäftigungen. Alles in allem genug, jemanden für die Dauer einer langen Passion auf Trab zu halten. Wenigstens einigte sich im Laufe des Nachmittags die DB mit der Lokführergewerkschaft auf einen Tarifvertrag, so dass die schon angedrohten Streiks im Zugverkehr ausfielen.

2. Seminar. Dementsprechend konnte ich mich am Montagmorgen ohne Probleme zum Bahnhof und von dort mit einigen Studis und Betreuern ins Kleinwalsertal begeben. Ab da lief erstmal das schon mehrfach angekündigte Ferienseminar. Insgesamt 17 Vorträge zu ausgewählten Themen der Variationsrechnung und Gruppentheorie. Nebenbei eine kleine Wanderung zur leider geschlossenen Breitachklamm und von da, weil es die Breitach runter nicht ging, die Breitach rauf. Manche waren auch Skifahren. Morgens, abends, in den Pausen und wann immer Zeit war habe ich auch noch eine komplette Klausur korrigiert. Man gönnt sich ja sonst nichts. Abendliche Gesprächsrunden im Hotel-Pub, gute Stimmung. Dann wieder früh raus und ab in die Vorträge. Alles in allem eine anstrengende, aber tolle Sache, die bis Freitagmittag währte. Nebenbei ergab sich auch die Gelegenheit, auf einige im Sommer geplante Bergtouren (vielleicht sollten wir eine Woche im Kleinwalsertal machen) einen ersten Blick von ferne zu werfen.

3. Queen. Nach dem offiziellen Ende des Seminars begaben sich die meisten Teilnehmer nach Hause oder in die Osterferien. Ich hingegen begab mich nach Speyer, weil der Projektchor, in dem meine Schwester mitsingt, dort ein Konzert gab. Mit Stücken von Queen, oder besser gesagt, mit Chorarrangements von Stücken von Queen. Der durch das Konzert ausgelöste Queen-Flash hat vorübergehend sogar meine Passionsbegeisterung überlagert, und ich habe mir in einer Spontanaktion endlich mal einiges von Queen bestellt. Was ich sowiso schon lange vorhatte. Jetzt warte ich noch einige Tage, in denen vor allem Queen hören werde, und dann lege ich mir ordentlich laut wieder den Bach auf. Ich habe diese Erfahrung schon einmal gemacht, vor langen Jahren in Paris. Und ich kann sagen: Unterschätze nie die Power von Bach! Nach ein bis zwei Wochen Rock-/Popmusik reißt der einen so richtig von den Füßen. (Unvergesslich, wie ich im FNAC bei der Oper in Paris stand, und beim Eingangschor der Matthäuspassion die Tränen zurückdrängen musste.)

4. dev/nul. Am Sonntagnachmittag fuhr ich, sozusagen als letzter von den Seminarteilnehmern, auch nach Hause. In der Zwischenzeit war Babette mal wieder auf Webertreffen gewesen, so dass ich Sie kurz nach meiner Ankunft am Bahnhof abfangen konnte. Der kleine Unterschied: Während ich auf der Zugfahrt eigens dafür mitgebrachte Musik gehört hatte, hatte Sie ein gutes "Radioprogramm" (interessante Gespräche von Mitreisenden) gefunden. Offenbar waren Teile des unteren Managements eines Großunternehmens anwesend, die diesmal nicht (wie sonst) im Großraumwagen ihre Unternehmensgeheimnisse öffentlich machten, sondern ernstere Probleme hatten. Dabei ging es wohl um Vorgesetzte, die ihren Untergebenen Energie absaugen, und es wurde diskutiert, ob man hiergegen besser mit Reiki oder mittels eines Auraschildes vorgehen sollte.
Die mathematische Esoterik gibt hierauf übrigens die folgende Antwort: Beides sind ganzheitliche Maßnahmen und als solche bei einem Absauger Energieverschwendung (auch wenn der Wunsch nach ganzheitlichem Schutz bei den unteren Erleuchtungsstufen oft groß ist). Das Paradigma der effektiven Ressourcennutzung empfiehlt dagegen entweder einen Aurastopfen zu verwenden, der gezielt angewendet weniger Energie frisst als ein Schild, oder eine undetektierbare Pipeline-Dislokation ins transzendente dev/null durchzuführen, die überhaupt keine Energie verbraucht, weil man die Energie des Absaugers verwendet. Letzteres ist allerdings eine Technik, die mindestens einen mittleren Initiationsgrad und einiges Geschick verlangt. (So langsam bekommt diese ganze Esoterik-Geschichte einen bitteren Beigeschmack. Zum einen ist da das Gefühl, das hier irgendwo leicht verdientes Geld drinstecken könnte. Zum anderen habe ich aber auch das "Foucaultsche Pendel" (Eco) gelesen und stimme Lia zu: Es ist ein hässliches Spiel.)

Damit habe ich über Passion, Seminar, Queen und dev/nul gesprochen. Und mich an die Vortragsregel gehalten, welche besagt, dass man erst sagen soll, was man machen will, dann während man es tut erwähnen, dass man es tut, um am Ende darauf hinzuweisen, das man getan hat, was man angekündigt hatte. Es bleibt mir nur noch, all jenen für ihre Aufmerksamkeit zu danken, die tatsächlich bis zum Ende geblieben sind. Jemand?
Stephan



Fr, 28.03.08, Ich weiß noch nicht, wovon dies handeln wird

Manchmal denke ich, man sollte konsequent zu Ende bringen, womit man begonnen hat. Zum Beispiel der Datentransport von meinem Computer (alt) auf unseren Computer (neu). Als eine Notlösung hatte ich mir damals ein externes Diskettenlaufwerk von einem Kollegen "kurz" (sorry) ausgeliehen, um diese Aufgabe quasi in 1,4MB-Schritten zu erledigen. Nicht schnell, aber langsam. Nur leider lief das Ding nicht. Dann schredderte Babette, wie schon berichtet, das Betriebssystem, das uns die "Experten" im Computerladen aufgespielt hatten, und installierte ein neues. Lange Zeit später, um genau zu sein gestern, kam dann jemand (ich) endlich auf die Idee, das externe Diskettenlaufwerk nochmal anzuschliessen, und jemand (Babette) tat das dann auch tatsächlich. Und siehe da: es funktioniert. Jetzt muss der tatsächliche Datentransport nur noch durchgeführt werden. Und danach bleibt immer noch das Problem, auf dem neuen Rechner irgendwie Musik zu schreiben. Ich hoffe, ich muss die alte Kiste nicht nur deswegen behalten.

An der unerbittlichen Konsequenz, mit der all diese Projekte durchgezogen werden, erkennt man schon, dass der neue Computer momentan nur den Rang eines sekundären Hobbys einnimmt. Doch auch die primären Hobbys leiden nicht wenig: Neben den neulich bestellten CDs (dreimal Queen, einmal WiseGuys), die mittlerweile eingetroffen sind, habe ich noch drei Passionen und eine Messe rumliegen, die ich bis Montag durchgehört haben sollte. Und damit meine ich "durchhören" im Sinne von hinhören und mitdenken. Das ist anstrengend, und im Gegensatz zum Lesen, wo es eine ganze Batterie von Beschleunigungsverfahren gibt, dauert Musik grundsätzlich immer so lange wie sie dauert. Das Interesse ist durch den langsam hereinbrechenden Frühling, der einen eher nach draußen ruft, auch nicht wirklich gefördert. Und das Lauftraining frisst natürlich auch einiges an Zeit. Kurz und gut, irgendwie habe ich das Gefühl, mein Leben gerade nicht so richtig unter Kontrolle zu haben.

Ein bisschen Urlaub und Entspannung gab's zu Ostern. Wir reisten früh am Karfreitag gen Rheinland zu meinen Eltern und verbrachten dort einige Tage eher träge als rege. Mit Ausnahme der Anreise: Trotz der sehr ungemütlichen Kombination aus heftigem Wind und Schneeschauern, die einem vom heftigen Wind ins Gesicht geblasen wurden, beschlossen wir, die letzten Kilometer zu Fuß zu gehen. Und siehe da, die Schneeschauern waren ob unserer Entschlossenheit so verängstigt, dass sie glatt warteten, bis wir sicher und trocken angekommen waren. Am nächsten Tag, Samstag, war der große Beintrainingstag angesagt: Morgens laufen, dann mit dem Rad nach Heinsberg zum einkaufen und als krönender Abschluss zu Fuß zur Osternacht, dieselbe Strecke wie Weihnachten (7 km), aber diesmal noch schneller. Der Rest war eher essen und schlafen, aber sehr erholsam. Erwähnenswert war noch die Heimreise: Die ging so rasch vor sich, dass ich sie praktisch nicht bemerkt habe. Von unerfreulichen Zwischenfällen im Zug sei hier geschwiegen, sonst rege ich mich über die Dummheit von Mitmenschen auf, die ich doch gar nicht kenne.

Kaum in Garching zurück, brach alles weiter zusammen, und ich habe immer noch nichts unter Kontrolle (gefühlt). Trotzdem bin ich heute morgen unerklärlicherweise guter Laune. Überhaupt passiert mir das in letzter Zeit irgendwie öfter, dass ich unerklärlicherweise guter Laune bin. Vermutlich eine Krankheit. Ansteckend, hoffe ich. Wovon ich nicht erzähle: Mein neuer Lieblingscomic [hier], meine alte Matraze [besser kein Bild], meine Erwägungen zum Thema Kaffee. Kafee ist übrigens ein interessantes Stichwort. Erinnert mich daran, dass ich nach Regensburg fahren wollte, um einen guten Kaffee zu trinken, unter anderem.
Stephan



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